Was ist eigentlich Punchen?

to punch (engl.) = stanzen, lochen.

So steht es im Englisch-Wörterbuch. Gestanzt oder gelocht wurden lange Pappstreifen. Der darauf befindliche Lochcode veranlasste die Stickmaschine, den Stoff in Bewegung zu versetzen. 1896 wurde der erste Punchautomat gebaut, und es setzte eine Arbeitsteilung in Puncher und Sticker ein.

Ein weiterer Beruf im Stickereigewerbe bildete sich heraus: der Zeichner. Er musste die Muster zunächst vergrößern und dann die einzelnen Stickpunkte eintragen, die der Puncher dann abfahren kann.

Gelocht wird heute natürlich nicht mehr. Die Maschinensteuerung erfolgt über ein Computerprogramm, das der Sticker oder der Puncher vorher erarbeiten muss.

Es beginnt mit der Digitalisierung der Mustervorlage. Eine Zeichnung z.B. wird eingescannt und in eine Vektorgrafik umgewandelt.

Das ist ein Grafikformat, das nur aus geometrischen Figuren - eben Vektoren - wie Linien, Punkten und Flächen besteht. Dann erfolgt die Umsetzung in einzelne Stiche. Dies geschieht über eine spezielle Punchsoftware. Auch wenn dies zunächst leicht erscheint - auch hier steckt der Teufel im Detail, und oft muss der Puncher / Sticker noch diffizile Nacharbeiten vornehmen.

Dieses individuelle Bearbeiten macht Stickerei in kleinen Stückzahlen bei komplizierten Mustern auch etwas teurer als Textildruck.

Und so sah es aus, als man noch "richtig" punchte, also als mit Löchern versehene Pappstreifen die riesigen Stickmaschinen fütterten:

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